Was ist eigentlich ein iSFP und was bringt er Ihnen?

Der individuelle Sanierungsfahrplan, kurz iSFP, ist ein Dokument, das eine zugelassene EnergieberaterIn für ein konkretes Gebäude erstellt. Er zeigt, welche Sanierungsschritte sinnvoll sind, in welcher Reihenfolge sie am meisten Nutzen bringen und was jeder Schritt kostet und einspart. Anders als eine allgemeine Beratung bezieht er sich ausschließlich auf das eine Haus, mit seinen tatsächlichen Bauteilen und seinem tatsächlichen Zustand.
Was im iSFP steht
Am Anfang steht eine umfassende Ist-Analyse des Gebäudes, die eine detaillierte Untersuchung verschiedener Aspekte umfasst. Zunächst wird der Aufbau der verschiedenen Bauteile ermittelt, meist anhand der vorliegenden Unterlagen zum Gebäude. Auf dieser Basis werden die U-Werte der Bauteile ermittelt. Diese Werte geben Auskunft darüber, wie viel Wärme durch die Bauteile verloren geht und sind entscheidend für die Bewertung der energetischen Effizienz des Gebäudes. Zusätzlich wird der Zustand der Heizungsanlage überprüft. Hierbei werden auch die Art der Heizung, das Alter sowie die Wartungshistorie berücksichtigt. Des Weiteren wird der gesamte Energiebedarf des Gebäudes ermittelt. Diese Analyse liefert eine solide Grundlage für die weiteren Schritte.
Darauf folgt eine detaillierte Maßnahmenliste, die in der Regel in mehreren Schritten über einen Zeitraum von mehreren Jahren umgesetzt wird. Diese Liste enthält nicht nur die notwendigen Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz, sondern auch eine Kostenschätzung und aktuelle Fördermöglichkeiten für jede Maßnahme, die eine realistische Einschätzung der finanziellen Aufwendungen ermöglicht. Zudem wird für jede Maßnahme die erwartete Energieeinsparung berechnet, was entscheidend ist, um die Wirtschaftlichkeit der Investitionen zu beurteilen. Zum Schluss wird auch der erreichbare Effizienzhausstandard angegeben. Diese Standards sind oft in verschiedene Kategorien unterteilt, die von Effizienzhaus 85 bis hin zu Effizienzhaus 40 reichen, wobei niedrigere Zahlen eine höhere Energieeffizienz darstellen. Die Kombination aus Ist-Analyse und Maßnahmenliste bildet somit die Grundlage für eine nachhaltige Sanierung und Modernisierung des Gebäudes, die nicht nur den Energieverbrauch senkt, sondern auch den Wohnkomfort erhöht und langfristig zur Werterhaltung des Objekts beiträgt.
Der Plan zeigt auch, welche Reihenfolge technisch sinnvoll ist, etwa warum ein Fenstertausch vor einer neuen Heizungsdimensionierung stattfinden sollte, weil sich dadurch der Wärmebedarf und damit die passende Heizleistung ändert.
15 Jahre Gültigkeit, keine Pflicht zur Umsetzung
Der iSFP gilt 15 Jahre. In dieser Zeit lassen sich die vorgeschlagenen Maßnahmen schrittweise umsetzen, nach eigenem Budget und Zeitplan. Eine Verpflichtung, die Maßnahmen tatsächlich durchzuführen, gibt es nicht. Wer vom Plan abweicht und eine energetisch schlechtere Ausführung wählt, verliert lediglich den zusätzlichen Förderbonus für die betroffene Maßnahme, sonst hat der Plan keine bindende Wirkung.
Der finanzielle Vorteil
Maßnahmen an der Gebäudehülle, also Dach, Fassade, Fenster und Anlagentechnik ohne Heizungstausch, werden über das BAFA mit einer Grundförderung von 15 Prozent bezuschusst, gedeckelt auf 30.000 Euro förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit (pro Kalenderjahr). Mit einem iSFP verdoppelt sich diese Kostenobergrenze auf 60.000 Euro.
Bei zusätzlichen Wohneinheiten steigen die förderfähigen Kosten erneut, wobei auch hier gilt: mit iSFP sind sie doppelt so hoch wie ohne.
Seit der Förderreform vom 21. Juli 2026 wird der zusätzliche iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten nur noch auf den Teil der Kosten angewendet, der die förderfähigen Kosten ohne iSFP übersteigt, und nicht mehr auf die gesamte Summe. Somit lohnt sich der iSFP bereits bei einzelnen größeren Sanierungen, die die förderfähigen Kosten ohne iSFP übersteigen.
Ohne und mit iSFP im Vergleich
Ohne iSFP: 15 Prozent Förderung, maximal 30.000 Euro förderfähige Kosten bei einem Einfamilienhaus (pro Jahr), damit maximal 4.500 Euro Zuschuss
Mit iSFP: 15 Prozent Grundförderung auf bis zu 60.000 Euro, zusätzlich 5 Prozent Bonus auf den Kostenanteil oberhalb von 30.000 Euro
Bei voll ausgeschöpften 60.000 Euro Investition ergibt das bis zu 10.500 Euro Zuschuss im Vergleich zu 4.500 Euro
Was der Plan kostet und wie er gefördert wird
Ein iSFP kostet je nach Gebäudegröße und Aufwand meist zwischen 2.100 und 3.500 Euro. Das BAFA übernimmt davon 50 Prozent, bei Ein- und Zweifamilienhäusern bis maximal 650 Euro, bei Gebäuden ab drei Wohneinheiten bis 850 Euro, dort zusätzlich bis zu 250 Euro für die Vorstellung des Plans in der Eigentümerversammlung. Der Förderantrag für den iSFP selbst muss vor Beauftragung der EnergieberaterIn gestellt werden. Hierbei unterstütze ich Sie gerne!
Ich erstelle individuelle Sanierungsfahrpläne für Eigentümer in Velbert und Langenberg sowie im weiteren Kreis Mettmann und Bergischen Land, von Heiligenhaus und Wülfrath bis Wuppertal und Ratingen.
Für wen sich ein iSFP lohnt
Bei einer einzelnen Maßnahme, die klar feststeht, etwa wenn ohnehin nur das undichte Bad-Fenster ersetzt wird, ist ein vollständiger Sanierungsfahrplan meist nicht nötig. Sobald aber mehrere Bauteile in den kommenden Jahren oder eine kostspieligere Maßnahme wie beispielsweise eine Dachsanierung anstehen, ein Gebäude gekauft wird oder unklar ist, wo die Sanierung am meisten bringt, liefert der iSFP eine verlässliche Grundlage.
Er verhindert vor allem den teuren Fehler, ein Bauteil zweimal anzufassen, etwa ein Dach zu sanieren und wenige Jahre später erneut anfassen zu müssen, weil der entsprechende Dachüberstand für die Fassadendämmung nicht mit geplant wurden.
Der iSFP bei Eigentümergemeinschaften
Bei einer Wohnungseigentümergemeinschaft betrifft der iSFP das gesamte Gebäude, nicht die einzelne Wohnung. Der Plan muss in der Eigentümerversammlung vorgestellt werden, damit die Gemeinschaft die vorgeschlagenen Maßnahmen und deren Reihenfolge gemeinsam beschließen kann. Dieser zusätzliche Schritt wird mit bis zu 250 Euro separat bezuschusst und lohnt sich, weil einzelne Eigentümer sonst kaum eine verlässliche Grundlage für ihre Zustimmung zu größeren Sanierungsbeschlüssen haben.
Die technische Projektbeschreibung als Fördervoraussetzung
Für den iSFP-Bonus reicht der Sanierungsfahrplan allein nicht aus. Bei der eigentlichen Förderung einer Einzelmaßnahme muss die EnergieberaterIn zusätzlich eine technische Projektbeschreibung erstellen, die bestätigt, dass die konkret geplante Maßnahme den Vorgaben des iSFP entspricht und die technischen Mindestanforderungen der Förderung erfüllt. Aus dieser Bestätigung wird eine ID erzeugt, welche durch die AntragstellerIn direkt beim zuständigen Antragsportal eingegeben wird.
Typische Missverständnisse zum iSFP
Ein verbreitetes Missverständnis ist die Annahme, der iSFP verpflichte zur Umsetzung aller vorgeschlagenen Maßnahmen. Tatsächlich bleibt jede Maßnahme freiwillig, nur der zusätzliche Förderbonus ist an die Umsetzung gemäß Plan gekoppelt.
Ebenso wird oft übersehen, dass der iSFP allein noch keine Förderung auslöst: Für jede einzelne Maßnahme ist zusätzlich eine technische Projektbeschreibung nötig, die die EnergieberaterIn erst kurz vor der jeweiligen Umsetzung erstellt und die bestätigt, dass die konkrete Ausführung dem Plan entspricht.
So kommen Sie zu Ihrem iSFP
Der Ablauf beginnt mit einem persönlichen Kennenlernen, bei welchem Ihre Wünsche und Vorstellungen sowie offene Fragen besprochen werden können. Nach der Auftragserteilung erfolgt der erste Vor-Ort-Termin, bei dem die EnergieberaterIn alle relevanten Bauteile aufnimmt. Danach folgt die Auswertung und die Erstellung des Maßnahmenplans, üblicherweise innerhalb weniger Wochen. Im Abschlussgespräch werden die Ergebnisse erklärt und die nächsten Schritte besprochen, inklusive der Frage, welche Maßnahme sich als erste am meisten lohnt und welche Förderanträge dafür wann gestellt werden sollten.